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Frankenpost, 21.11.2007 - Interview mit Bayer. Staatsforsten

Interview mit Rudolf Freidhager, Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Staatsforsten. Auf die Frage, inwieweit die Gewinne dem Wald zugute kommen: "[...] für Kulturflächen, Waldumbau, Durchforstungen, Wegebau zum Beispiel. Hinzu kommt, dass wir aus den Erlösen der vergangenen beiden Jahre 35 Mio Euro Rücklagen gebildet haben".

Die Kritik des Bundes Naturschutz an der Bilanz der Bayerischen Staatsforsten:

"Die Zukunftsvorsorge bleibt zunehmend auf der Strecke." Hubert Weigner, Landesvorsitzender des Bundes Naturschutz, der in München und Zürich Forstwirtschaft studiert hat: Waldumbau zu stabilen Mischwäldern und Wiederaufforstung müsse beispielsweise im Fichtelgebirge und Frankenwald schnell vorangetrieben werden, da angesichts des Klimawandels und häufiger werdenden Stürmen die Wälder immer labiler würden. Planzung von Laubbäumen und Tannen könne aber nicht maschinell erfolgen, dazu bräuchte man zusätzliche Waldarbeiter. Auch beim Einschlagen des Holzes müsse auf den Standort Rücksicht genommen werden, unter Umständen müsse man auf Harvester verzichten und per Hand fällen eventuell auch mit dem Pferd arbeiten, damit die Bodenschäden nicht zu groß würden. Der Wildbestand derzeit sei zu hoch, als Folge davon gäbe es zunehmend Verbiss an Jungpflanzen. Zudem: "Die Bayerischen Staatsforsten hätten deutlich mehr Geld verdienen können, wenn sie das Holz nicht zu Schleuderpreisen an Großsägewerke verkaufen müßten. So erhalte das Großsägewerk Klausner [...] beispielsweise pro Jahr 9000 000 Festmeter Holz zu niedrigsten Preisen. Durch diese langfristigen Verträge mit Sonderkonditionen drohten jährlich Mindereinnahmen in zweistelliger Millionenhöhe. Die klein- und mittelständischen Sägewerke müssen dagegen deutlich mehr bezahlen oder gehen sogar leer aus."